Der Neue Friedhof Offenbach liegt an der Mühlheimer Straße im Osten der Stadt und ist mit einer Gesamtfläche von rund 123.931 Quadratmetern die zentrale Begräbnisstätte für die Offenbacher Kernstadt. Angelegt wurde er um 1939 als Nachfolger des inzwischen historisch bedeutenden Alten Friedhofs an der Friedrichstraße, der zu dieser Zeit seine Kapazitätsgrenzen erreicht hatte. Die Verlegung folgte dem in vielen deutschen Städten seit dem 19. Jahrhundert üblichen Muster, größere, parkartig gestaltete Friedhöfe an den damaligen Stadtrand zu legen.
Eine besondere Rolle in der Offenbacher Bestattungskultur spielt die Feuerbestattung: Bereits 1891/92 war auf dem Alten Friedhof eines der ersten Krematorien Deutschlands errichtet worden. Diese historische Anlage wurde 1968 abgelöst, als am Neuen Friedhof ein neues Krematorium in Betrieb genommen wurde. 1996 ließ die Stadt Offenbach unmittelbar neben dem alten Krematorium und der Trauerhalle ein modernes Krematorium bauen, das im April 1997 den Betrieb aufnahm und bis heute eine zentrale Bedeutung für die Region hat. Auf dem Gelände des Neuen Friedhofs befinden sich zudem die wichtigsten Verwaltungsgebäude der Offenbacher Friedhofsverwaltung.
Der Neue Friedhof spiegelt mit seiner Gestaltung und Entwicklung die religiöse und gesellschaftliche Vielfalt der Stadt wider. So gehört hier auch einer der drei jüdischen Begräbnisplätze Offenbachs zu den Gräberfeldern. In jüngerer Zeit kam zudem ein islamisches Gräberfeld hinzu, das Bestattungen nach den Vorgaben des Korans ermöglicht – ein wichtiger Schritt, um der multikulturellen Bevölkerung Offenbachs gerecht zu werden.
Damit verbindet der Neue Friedhof Offenbach klassische Bestattungstradition, moderne Kremationsinfrastruktur und die Offenheit für unterschiedliche religiöse Bestattungsformen. Er ist heute nicht nur ein aktiver Friedhof, sondern auch ein zentraler Ort des städtischen Gedenkens und der kulturellen Vielfalt Offenbachs.